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Interferenz (Physik)
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top
Interferenz (lateinisch inter âzwischenâ und ferire ĂŒber altfranzösisch sâentreferir âsich gegenseitig schlagenâ)cite-ref-1[1] beschreibt die Ănderung der Amplitude bei der Ăberlagerung von zwei oder mehr Wellen nach dem Superpositionsprinzip â also die vorzeichenrichtige Addition ihrer Auslenkungen (nicht der IntensitĂ€ten) wĂ€hrend ihrer Ăberlagerung. Interferenz tritt bei allen Arten von Wellen auf, also bei Schall-, Licht-, Materiewellen usw.
An Orten, wo sich die Wellen dabei gegenseitig auslöschen, herrscht destruktive Interferenz. An Orten, wo sie sich verstĂ€rken, herrscht konstruktive Interferenz. Ein Zeichen fĂŒr das Auftreten von Interferenz zweier Wellenfelder sind abwechselnde (Interferenz-)Maxima und -Minima der IntensitĂ€t, wo jedes Wellenfeld fĂŒr sich eine gleichmĂ€Ăige IntensitĂ€t hatte. Diese Folge von konstruktiver und destruktiver Interferenz wird als Interferenzmuster bezeichnet. Ein bekanntes Beispiel sind die hellen bzw. dunklen Streifen beim Doppelspaltversuch. Das Auftreten von Interferenz im physikalischen Experiment gilt als Nachweis fĂŒr die Wellennatur der untersuchten Strahlung.
Contents
⹠KohÀrenz
âą Polarisation
âą Laser-Speckle
âą Antischall
âą Interferometer
âą Funktechnik
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Grundlagen und Voraussetzungen
KohÀrenz
Das Wellenfeld, das aus der Interferenz zweier oder mehrerer Wellen entsteht, kann nur dann zeitlich stabil sein, wenn diese Wellen untereinander eine (zeitlich) feste Phasenbeziehung aufweisen. Man spricht dann von kohĂ€renten Wellen. Sind die Wellen nicht monochromatisch, bestehen also aus einer ganzen Reihe von Frequenzanteilen, so definiert man eine KohĂ€renzzeit, die beschreibt, wie die Wellen maximal gegeneinander verschoben sein dĂŒrfen, um noch ein stabiles Wellenfeld zu erzeugen. Diese KohĂ€renzzeit (oder die daraus abgeleitete KohĂ€renzlĂ€nge) ist ein wichtiges MaĂ fĂŒr physikalische Lichtquellen.
Destruktive Interferenz
Zwei Wellen löschen sich gegenseitig völlig aus, wenn ihre Auslenkungen am betrachteten Ort und Zeitpunkt entgegengesetzt gleich sind. Damit das an diesem Ort fĂŒr lĂ€ngere Zeit so bleibt, mĂŒssen harmonische (d. h. sinusförmige) Wellen gleiche Frequenz haben und um eine halbe Schwingungsperiode bzw. eine halbe WellenlĂ€nge gegeneinander versetzt sein (siehe Phasenverschiebung bzw. Gangunterschied). Bei Transversalwellen (z. B. Licht) mĂŒssen die Auslenkungen in derselben Ebene liegen, bei komplexen Wellen (z. B. quantenmechanische Wellenfunktion) muss die komplexe Phase der Amplitude ĂŒbereinstimmen.
Polarisation
Schallwellen in Festkörpern und elektromagnetische Wellen können polarisiert sein. Untersuchungen zur Interferenz von polarisiertem Licht fĂŒhrten 1817 zu der Erkenntnis, dass es sich bei Lichtwellen um Transversalwellen handelt, siehe Fresnel-Arago-Gesetze. Danach interferieren Wellen, wenn sie senkrecht zueinander polarisiert sind, nicht. Das gilt aber nur fĂŒr die Beobachtung mit Detektoren, die wie die oben angefĂŒhrten Beispiele lediglich die IntensitĂ€t (proportional zum Betragsquadrat der Wellenamplitude des elektrischen Anteils der Welle) messen.cite-ref-2[2]
Mathematische Darstellung
Eine Welle wird ĂŒblicherweise durch eine Funktion von Ort x {\displaystyle \mathbf {x} } und Zeit t {\displaystyle t} geschrieben f ( x , t ) . {\displaystyle f(\mathbf {x} ,t)\,.} Dieses bringt zum Ausdruck, dass sich eine Welle sowohl im Raum als auch in der Zeit ausbreitet. Ăberlagern sich nun mehrere Wellen f i ( x , t ) {\displaystyle f_{i}(\mathbf {x} ,t)} an einem Ort x 0 , {\displaystyle \mathbf {x_{0}} \,,} so lĂ€sst sich das Wellenfeld dort als Superposition (Summe) der einzelnen Wellen darstellen:
f g e s ( x 0 , t ) = â â i f i ( x 0 , t ) {\displaystyle f_{\mathrm {ges} }(\mathbf {x_{0}} ,t)=\sum \limits _{i}f_{i}(\mathbf {x_{0}} ,t)\,} .
Interferenz zweier Wellen gleicher Frequenz und Amplitude, aber unterschiedlicher Phase
Die Ăberlagerung zweier Wellen gleicher Frequenz und Amplitude lĂ€sst sich anhand der trigonometrischen Additionstheoreme berechnen. Werden die beiden Wellen f 1 ( t ) {\displaystyle f_{1}(t)} und f 2 ( t ) {\displaystyle f_{2}(t)} mit der gemeinsamen Frequenz Ï Ï {\displaystyle \omega } , der Amplitude a {\displaystyle a} und den Phasen Ï Ï 1 {\displaystyle \varphi _{1}} und Ï Ï 2 {\displaystyle \varphi _{2}} durch
f 1 ( t ) = a â
â
sin ⥠⥠( Ï Ï â
â
t + Ï Ï 1 ) {\displaystyle f_{1}(t)=a\cdot \sin(\omega \cdot t+\varphi _{1})} und f 2 ( t ) = a â
â
sin ⥠⥠( Ï Ï â
â
t + Ï Ï 2 ) {\displaystyle f_{2}(t)=a\cdot \sin(\omega \cdot t+\varphi _{2})\,}
beschrieben, so ergibt sich fĂŒr die resultierende Ăberlagerung der Wellen
f 1 ( t ) + f 2 ( t ) = a ( sin ⥠⥠( Ï Ï t + Ï Ï 1 ) + sin ⥠⥠( Ï Ï t + Ï Ï 2 ) ) = 2 a cos ⥠⥠( Ï Ï 1 â â Ï Ï 2 2 ) sin ⥠⥠( Ï Ï t + Ï Ï 1 + Ï Ï 2 2 ) {\displaystyle f_{1}(t)+f_{2}(t)=a\left(\sin(\omega t+\varphi _{1})+\sin(\omega t+\varphi _{2})\right)=2a\cos \left({\frac {\varphi _{1}-\varphi _{2}}{2}}\right)\sin \left(\omega t+{\frac {\varphi _{1}+\varphi _{2}}{2}}\right)\,} ,
d. h., es entsteht eine Welle derselben Frequenz, deren Amplitude von der Differenz der Phasen der beiden ursprĂŒnglichen Wellen abhĂ€ngt und deren Phase das Mittel der Phasen der ursprĂŒnglichen Wellen ist.
FĂŒr gleiche Phasen der Wellen ( Ï Ï 1 = Ï Ï 2 {\displaystyle \varphi _{1}=\varphi _{2}} ) wird der Cosinus Eins. Es ergibt sich eine Amplitude von 2 a {\displaystyle 2a} , d. h., die Amplitude verdoppelt sich gegenĂŒber den Ausgangsamplituden, was konstruktiver Interferenz entspricht.
FĂŒr eine Phasendifferenz von 180° ( Ï Ï 1 = Ï Ï 2 + Ï Ï {\displaystyle \varphi _{1}=\varphi _{2}+\pi } ) wird der Cosinus Null, d. h., die resultierende Welle verschwindet. Dieses entspricht destruktiver Interferenz.
Interferenz zweier Wellen gleicher Frequenz, aber unterschiedlicher Amplitude und Phase
FĂŒr gleiche Frequenz der Wellen, aber unterschiedliche Amplituden und Phasen lĂ€sst sich die resultierende Welle mittels Zeigerarithmetik berechnen. Die beiden Wellen g 1 ( t ) {\displaystyle g_{1}(t)} und g 2 ( t ) {\displaystyle g_{2}(t)} besitzen die gemeinsame Frequenz Ï Ï {\displaystyle \omega } , die Amplituden a 1 {\displaystyle a_{1}} und a 2 {\displaystyle a_{2}} und die Phasen Ï Ï 1 {\displaystyle \varphi _{1}} und Ï Ï 2 {\displaystyle \varphi _{2}}
g 1 ( t ) = a 1 â
â
sin ⥠⥠( Ï Ï t + Ï Ï 1 ) {\displaystyle g_{1}(t)=a_{1}\cdot \sin(\omega t+\varphi _{1})} und g 2 ( t ) = a 2 â
â
sin ⥠⥠( Ï Ï t + Ï Ï 2 ) {\displaystyle g_{2}(t)=a_{2}\cdot \sin(\omega t+\varphi _{2})\,} .
Die resultierende Ăberlagerung der Wellen hat die Form:
g 1 ( t ) + g 2 ( t ) = A â
â
sin ⥠⥠( Ï Ï t + Ï Ï ) {\displaystyle g_{1}(t)+g_{2}(t)=A\cdot \sin(\omega t+\varphi )\,}
mit der Amplitude:
A = a 1 2 + a 2 2 + 2 a 1 a 2 cos ⥠⥠( Ï Ï 1 â â Ï Ï 2 ) {\displaystyle A={\sqrt {a_{1}^{2}+a_{2}^{2}+2a_{1}a_{2}\cos(\varphi _{1}-\varphi _{2})}}\,}
und der Phase Ï Ï {\displaystyle \varphi }
tan âĄ âĄ Ï Ï = a 1 sin ⥠⥠( Ï Ï 1 ) + a 2 sin ⥠⥠( Ï Ï 2 ) a 1 cos ⥠⥠( Ï Ï 1 ) + a 2 cos ⥠⥠( Ï Ï 2 ) {\displaystyle \tan \varphi ={\frac {a_{1}\sin(\varphi _{1})+a_{2}\sin(\varphi _{2})}{a_{1}\cos(\varphi _{1})+a_{2}\cos(\varphi _{2})}}\,} .
Ăberlagerung von Kreiswellen
Die Abbildung 1 zeigt die Interferenz von zwei kreisförmigen Wellengruppen gleicher WellenlĂ€nge und Amplitude. Die Kreuze markieren die Lage der Quellen, die bunten Kreise die Wellenfronten der jeweiligen Teilwelle. An weiĂen Stellen tritt konstruktive Interferenz, in positiver Richtung, an schwarzen konstruktive Interferenz, in negativer Richtung, auf. In den grauen Bereichen befinden sich IntensitĂ€tsminima aufgrund von destruktiver Interferenz. Der Abbildung 2 ist zu entnehmen, dass die Minima und Maxima auf einer HyperbelÂschar liegen, deren Brennpunkte die Quellorte der Wellen sind. Man spricht deshalb bei zwei Punktquellen von einer hyperbolischen Interferenz. Die Minima n {\displaystyle n} -ter Ordnung liegen dabei auf den Punkten, an denen eine Kreiswelle den zusĂ€tzlichen Weg Î Î s = ( n â â 0 , 5 ) λ λ {\displaystyle \Delta s=(n-0{,}5)\lambda } mit n â â { 1 ; 2 ; 3 ; ⊠⊠} {\displaystyle n\in \{1;2;3;\ldots \}} gegenĂŒber der anderen Kreiswelle zurĂŒcklegt. Der Gangunterschied Î Î s {\displaystyle \Delta s} der zwei Wellen muss also ein halbzahliges Vielfaches der WellenlĂ€nge λ λ {\displaystyle \lambda } sein, damit destruktive Interferenz auftritt. Konstruktive Interferenz ist dort am stĂ€rksten, wo der Gangunterschied ein ganzzahliges Vielfaches der WellenlĂ€nge ist.
In der Abbildung 3 wird die VerÀnderung des Interferenzbildes in AbhÀngigkeit von der WellenlÀnge (nimmt von oben nach unten zu) und in AbhÀngigkeit vom Abstand der Quellen (nimmt von links nach rechts zu) demonstriert. In den dunklen Bereichen (um die Interferenzminima) liegt destruktive und in den hellen (Maxima) konstruktive Interferenz vor.
Bekannte physikalische Erscheinungen
Es gibt zahlreiche physikalische Erscheinungen, die auf der Interferenz von Wellen, meist elektromagnetischer Wellen (Licht), basieren. Im Folgenden sollen einige bekannte Beispiele aus verschiedenen Bereichen kurz beschrieben werden.
Schwebung und stehende Welle
Ăberlagert man zwei Wellen mit ungleichen, aber nahe beieinander liegenden Frequenzen Μ Μ 1 {\displaystyle \nu _{1}} und Μ Μ 2 {\displaystyle \nu _{2}} , so ergibt sich durch die Schwebung ein Muster, wie es im unteren Graph in Abb. 3 gezeigt ist. Es bildet sich eine schnelle Oszillation aus ( Μ Μ schnell = Μ Μ 1 + Μ Μ 2 2 , {\displaystyle \nu _{\text{schnell}}={\tfrac {\nu _{1}+\nu _{2}}{2}}\,,} in brauner Farbe), deren Amplitude sich mit einer langsamen Frequenz ( Μ Μ Schwebung = | Μ Μ 2 â â Μ Μ 1 | 2 {\displaystyle \nu _{\text{Schwebung}}={\tfrac {|\nu _{2}-\nu _{1}|}{2}}\,} , blau) Ă€ndert. Betrachtet man IntensitĂ€ten mit einem Detektor, so ist zusĂ€tzlich noch eine zeitliche Mittelung ĂŒber das Abtastintervall 1 f a {\displaystyle {\tfrac {1}{f_{a}}}} durchzufĂŒhren, wobei f a {\displaystyle f_{a}} die Abtastfrequenz des Detektors ist.
FĂŒr normale Lichtquellen und Frequenzen, die so weit auseinanderliegen, dass Schwebung praktisch keine Rolle spielt, ist das (zeitlich gemittelte) Interferenzmuster die Summe der Interferenzmuster der einzelnen Frequenzen. Das beruht darauf, dass die Interferenz zwischen Wellen mit unterschiedlichen Frequenzen â aufgrund des Fehlens einer festen Phasenbeziehung â in der zeitlichen Mittelung wegfĂ€llt.cite-ref-3[3] FĂŒr dichromatisches Licht erhĂ€lt man in diesem Fall:
I = âš âš | S â â ( t ) | â© â© t = âš âš c Δ Δ 0 ( E â â 1 ( t ) + E â â 2 ( t ) ) 2 â© â© t = I 1 + I 2 + âš âš 2 c Δ Δ 0 E â â 1 ( t ) E â â 2 ( t ) â© â© t â â = 0 , {\displaystyle I=\langle \left|{\vec {S}}(t)\right|\rangle _{t}=\langle c\,\varepsilon _{0}\left({\vec {E}}_{1}(t)+{\vec {E}}_{2}(t)\right)^{2}\rangle _{t}=I_{1}+I_{2}+\underbrace {\langle 2c\,\varepsilon _{0}{\vec {E}}_{1}(t){\vec {E}}_{2}(t)\rangle _{t}} _{=0},}
wobei S â â {\displaystyle {\vec {S}}} der Poynting-Vektor ist.
Zum Stimmen von Musikinstrumenten kann man die entsprechende Einstellung solange verĂ€ndern, bis man zusammen mit einem Referenzton (bspw. aus einer Stimmgabel) keine Schwebung mehr wahrnimmt. Die Vermessung von Schwebungssignalen kann auch zur Messung von ansonsten (fĂŒr das MessgerĂ€t) zu hohen Frequenzen genutzt werden. Dazu ist allerdings eine Signalquelle notwendig, die Signale mit sehr stabiler und prĂ€ziser Frequenz liefert.
Die Interferenz zweier Wellen gleicher WellenlĂ€nge, aber mit entgegengesetzter Ausbreitungsrichtung fĂŒhrt zu einer stehenden Welle.
Doppelspaltexperiment
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Hauptartikel
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Doppelspaltexperiment
Mit dem Doppelspaltexperiment erbrachte Thomas Young 1802 erstmals Belege fĂŒr die Wellennatur des Lichts. Bei diesem Versuch wird in dem Weg eines Lichtstrahls eine Blende mit einem Doppelspalt aufgestellt, wobei der Abstand der Spalte in der GröĂenordnung der WellenlĂ€nge liegt. Dahinter befindet sich ein Schirm, auf dem sich bei genĂŒgend groĂem Abstand der Lichtquelle vom Schirm ein Interferenzmuster bildet. Ist nur ein Spalt offen und breit genug, so bildet sich das typische Beugungsmuster eines Einfachspalts. Analog lĂ€sst sich mit einem Elektronenstrahl der Wellencharakter von Elektronen zeigen, darauf wird im Abschnitt ĂŒber Interferenz in der Quantenmechanik (s. u.) nĂ€her eingegangen.
Interferenzfarben
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Hauptartikel
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Interferenzfilter
WeiĂes Licht, welches an dĂŒnnen Schichten optisch transparenter Materialien (wie z. B. einem Ălfilm auf Wasser, einer dĂŒnnen Oxidschicht auf Metallen, oder einfach Seifenblasen) reflektiert wird, erscheint hĂ€ufig farbig. Dabei interferiert das Licht, das an der oberen und unteren GrenzflĂ€che der dĂŒnnen Schicht reflektiert wird. RichtungsabhĂ€ngig wird dann das Licht einer bestimmten WellenlĂ€nge ausgelöscht und es bleibt nur die KomplementĂ€rfarbe zum ausgelöschten Licht ĂŒbrig.cite-ref-4[4]
Ein bekanntes Beispiel fĂŒr das Auftreten von Interferenzfarben an zwei eng benachbarten OberflĂ€chen sind die Newton-Ringe.cite-ref-eichlerkronfeldt2006-5-0[5] Hierbei liegt eine Sammellinse mit langer Brennweite auf einer ebenen Glasplatte auf. Um den BerĂŒhrungspunkt herum entsteht zwischen den GlasoberflĂ€chen ein Spalt mit langsam nach auĂen hin zunehmender Dicke. Wird diese Anordnung mit monochromatischem Licht von oben beleuchtet, treten sowohl in Reflexion als auch in Durchsicht konzentrische helle und dunkle Ringe rund um den BerĂŒhrungspunkt von Linse und Glasplatte auf. Wird die Versuchsanordnung mit weiĂem Licht ausgeleuchtet, dann entstehen farbige, konzentrische Ringe. Die Breite der Ringe und die IntensitĂ€t ihrer Farben nimmt mit zunehmendem Radius ab.
Die irisierenden Farben der Opaleszenz sind ebenfalls eine Folge von Interferenz. Dabei wird das Licht an kleinen Strukturen im Inneren des Materials gestreut. Die Farben vieler Schmetterlinge, einiger besonders prÀchtig schillernder Vögel oder des Edelsteins Opal beruhen auf diesem Effekt. Sie werden daher auch Strukturfarben genannt.
WeiĂlichtinterferenz
Die Ăberlagerung kontinuierlich variierender WellenlĂ€nge und Amplitude (Spektrum) erzeugt ein Interferenzmuster nur innerhalb der KohĂ€renzlĂ€nge. In der WeiĂlichtinterferometrie wird dieses Verhalten ausgenutzt, um eine eindeutige LĂ€ngenmessung zu erhalten. Ein weiteres Anwendungsbeispiel findet sich in der Optischen KohĂ€renztomografie, die dadurch dreidimensionale Strukturen erfassen kann.
Laser-Speckle
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Hauptartikel
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Speckle
Das Licht eines aufgeweiteten Laserstrahls weist eine nahezu perfekte KohĂ€renz senkrecht zum Strahl auf. Dieses fĂŒhrt dazu, dass Laserlicht auch nach der Reflexion an unebenen OberflĂ€chen noch interferenzfĂ€hig ist. Dann dient jeder Punkt der FlĂ€che als Streuzentrum/Punktquelle einer sekundĂ€ren Kugelwelle. Eine optische Abbildung dieser Punktquellen ĂŒberlagert im Bild das Licht, das einen Bildpunkt auf unterschiedlichen Wegen erreicht. Diese Ăberlagerung fĂŒhrt am Bildpunkt zu Interferenz. Deren Ergebnis ist abhĂ€ngig von der genauen LauflĂ€nge des Lichtes zwischen Punktquelle und Bildpunkt. Ein WeglĂ€ngenunterschied in der GröĂe der halben WellenlĂ€nge des Lichtes entscheidet ĂŒber destruktive oder konstruktive Interferenz. Insgesamt ergibt sich ein zufĂ€llig verteiltes Punktmuster am Ort der Abbildung.
Anwendungen in der Technik
Antischall
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Hauptartikel
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Antischall
In der Akustik wird destruktive Interferenz zur Reduktion von störenden GerĂ€uschen ausgenutzt, sogenannter Antischall. Dieses Prinzip kommt z. B. in Kopfhörern mit aktiver GerĂ€uschunterdrĂŒckung zum Einsatz.
Interferometer
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Hauptartikel
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Interferometer
In der Messtechnik werden Interferometer eingesetzt. Diese nutzen Interferenzerscheinungen zur Messung von LĂ€ngen oder Phasenverschiebungen mit sehr hoher Auflösung. Dazu wird ein (Licht-)Strahl in zwei kohĂ€rente Teile aufgespaltet, die spĂ€ter wieder ĂŒberlagert werden. Die beiden Strahlen legen dabei unterschiedliche Strecken s 1 {\displaystyle s_{1}} und s 2 {\displaystyle s_{2}} zurĂŒck. Unterscheiden diese sich um ein ganzzahliges Vielfaches der WellenlĂ€nge, so erhĂ€lt man am Ausgang des Interferometers konstruktive Interferenz. Unterscheiden sie sich um eine halbe WellenlĂ€nge (Phasenverschiebung Î Î Ï Ï = 180 â â {\displaystyle \Delta \varphi =180^{\circ }} ), so erhĂ€lt man destruktive Interferenz. Stellt man nun das Interferometer zunĂ€chst auf konstruktive Interferenz ein und fĂŒhrt dann eine zusĂ€tzliche Phasenverschiebung Î Î Ï Ï {\displaystyle \Delta \varphi } in einem der beiden Arme ein, so kann man diese ĂŒber die IntensitĂ€t am Ausgang des Interferometers bestimmen.
Es gibt verschiedene Umsetzungen dieses Prinzips: Mach-Zehnder-Interferometer, Michelson-Interferometer, Sagnac-Interferometer, Fabry-Pérot-Interferometer etc.
Funktechnik
Durch Phasenverschiebung zwischen den Antennenelementen einer Phased-Array-Antenne kann die Beobachtungsrichtung sehr schnell umgeschaltet werden. Die genaue Analyse der Phasenverschiebungen zwischen den Einzelantennen von Radioteleskopen erlaubt es, die Richtung entfernter Strahlungsquellen auĂerordentlich exakt zu ermitteln. Ein Antennendiagramm zeigt die Strahlungscharakteristik von Einzelantennen oder Antennengruppen, deren Gestalt durch Interferenz festgelegt wird. Bei der Yagi-Uda-Antenne wird auf diese Weise die Strahlungsenergie in eine schmale VorwĂ€rtskeule gebĂŒndelt, wodurch sich die gewĂŒnschte Richtwirkung ergibt.
Im Balanced Duplexer wird bei hoher Sendeleistung eine Gasentladungsröhre gezĂŒndet, die auf die Wellen fast wie ein Kurzschluss wirkt. Durch geschickte Energieverteilung auf zwei getrennte Zweige eines Hohlleiters mit unterschiedlicher Phasenverschiebung und anschlieĂendes ZusammenfĂŒhren beider Anteile wird erreicht, dass die Sendeenergie zur Antenne flieĂt (konstruktive Interferenz) und nicht zum EmpfĂ€nger (destruktive Interferenz).
Ein Diplexer ermöglicht durch destruktive bzw. konstruktive Interferenz in getrennten Zweigen einer Anordnung aus Hohlleitern, dass zwei FunkgerÀte unterschiedlicher WellenlÀnge mit einer Antenne betrieben werden können. Auf Àhnliche Weise wird in einem Ringkoppler die Summe bzw. Differenz zweier gleichfrequenter Signale gebildet.
Interferenz in der Quantenmechanik
Anschauliche ErklÀrung
In der Quantenmechanik spielen InterferenzphÀnomene eine entscheidende Rolle. Teilchen (und allgemeiner beliebige ZustÀnde eines Systems) können durch Wellenfunktionen beschrieben werden. Diese sind die Lösungen der Schrödingergleichung, die eine Form Àhnlich einer Wellengleichung annehmen kann. Damit können sich Teilchen, also Materie, in der Quantenmechanik wie Wellen verhalten und auch interferieren (siehe auch Welle-Teilchen-Dualismus, Materiewellen). Ein bekanntes Beispiel ist etwa die Interferenz von Elektronen in einem Doppelspaltexperimentcite-ref-tonomura1989-6-0[6] (siehe die Bilder rechts) oder die Interferenz zweier Bose-Einstein-Kondensate.
Der Arbeitsgruppe von Anton Zeilinger ist es 1999 gelungen, ein Interferenzmuster von Fullerenen (MolekĂŒlen aus 60 oder 70 Kohlenstoff-Atomen) zu beobachten. Dieses sind bei weitem noch nicht die schwersten Teilchen, fĂŒr die Quanteninterferenz beobachtet werden konnte.cite-ref-arndt1999-7-0[7]cite-ref-8[8] Die Forschungsgruppe um Markus Arndt konnte 2010 Quanteninterferenz mit MolekĂŒlen aus bis zu 430 Atomen und Massen bis fast 7000 atomaren Masseneinheiten (amu) zeigen.cite-ref-gerlich2010-9-0[9] Das gröĂte MolekĂŒl, mit dem bis 2016 solche Beugungsbilder erzeugt werden konnten, ist Meso-tetra(pentafluorophenyl)porphyrin (TPPF20, C284H190F320N4S12) mit einer MolekĂŒlmasse von 10123 amu.cite-ref-10[10]
Bemerkenswert an dieser Form von Interferenz ist auch, dass die Messung, welchen Weg ein Quantenobjekt gewĂ€hlt hat, dazu fĂŒhrt, dass auch nur noch dieser âbenutztâ wird â also keine Interferenz auftritt. In einer Doppelspaltanordnung hĂ€ngt das Interferenzmuster also davon ab, ob man herausfinden kann, welchen Weg (durch Spalt 1 oder Spalt 2) das Quantenobjekt nahm. Dies gilt auch, wenn der Weg des Quantenobjekts nicht schon beim Passieren der Spalte, sondern erst spĂ€ter festgestellt wird (Delayed-Choice-Experiment). Nur wenn eine Gewinnung der âWelcher-Wegâ-Information nie erfolgte oder sie durch einen Quantenradierer wieder getilgt wurde, ergibt sich hinter dem Doppelspalt ein Interferenzbild.cite-ref-11[11]
Mathematische Fassung
In der Bra-Ket-Notation lĂ€sst sich ein beliebiger quantenmechanischer Zustand in einer orthonormierten Basis { | i â© â© } {\displaystyle \{|i\rangle \}} ( âš âš i | j â© â© = ÎŽ ÎŽ i j {\displaystyle \langle i|j\rangle =\delta _{ij}} ) darstellen. Dabei sind die c i , b i â â C {\displaystyle c_{i},b_{i}\in \mathbb {C} } komplexe Koeffizienten:
| Ï Ï â© â© = â â i c i â
â
| i â© â© , | Ï Ï â© â© = â â i b i â
â
| i â© â© {\displaystyle |\psi \rangle =\sum \limits _{i}c_{i}\cdot |i\rangle ,\ \ \ \ \ \ \ \ \ \ |\phi \rangle =\sum \limits _{i}b_{i}\cdot |i\rangle \,}
FĂŒr die Wahrscheinlichkeit, dass ein System im Zustand | Ï Ï â© â© {\displaystyle |\psi \rangle } bei der Messung den Zustand | Ï Ï â© â© {\displaystyle |\phi \rangle } ergibt lautet dann:
P ( Ï Ï â â Ï Ï ) = | âš âš Ï Ï | Ï Ï â© â© | 2 = | â â i c i â â b i | 2 = â â i , j c i â â c j b i â â b j = â â i | c i | 2 | b i | 2 + â â i â â j c i â â c j b i â â b j {\displaystyle {\mathcal {P}}(\psi \rightarrow \phi )=|\langle \psi |\phi \rangle |^{2}=\left|\sum \limits _{i}c_{i}^{\ast }b_{i}\right|^{2}=\sum \limits _{i,j}c_{i}^{\ast }c_{j}b_{i}^{\ast }b_{j}=\sum \limits _{i}|c_{i}|^{2}|b_{i}|^{2}+\sum \limits _{i\neq j}c_{i}^{\ast }c_{j}b_{i}^{\ast }b_{j}\,}
Wichtig ist hier, dass nicht die Aufenthaltswahrscheinlichkeiten der Teilchen Ï Ï ( x ) = | âš âš x | Ï Ï â© â© | 2 {\displaystyle \rho (x)=|\langle x|\psi \rangle |^{2}} ĂŒberlagert werden, sondern die (komplexen) Wellenfunktionen selbst. WĂŒrden die Aufenthaltswahrscheinlichkeiten ĂŒberlagert, so wĂŒrde man in obiger Formel den hinteren Interferenzanteil verlieren und das Interferenzmuster verschwindet.
De Broglie postulierte bereits Anfang des 20. Jahrhunderts, dass allen massiven Teilchen eine WellenlĂ€nge λ λ = h p {\displaystyle \lambda ={\tfrac {h}{p}}} zugeschrieben werden kann, wobei p {\displaystyle p} der Impuls des Teilchens ist und h {\displaystyle h} die Planck-Konstante. Mit dieser WellenlĂ€nge kann man direkt die Wellenfunktion f ( x â â , t ) {\displaystyle f({\vec {x}},t)} fĂŒr ein Teilchen konstruieren und so die Interferenzmuster mit den weiter oben fĂŒr Licht beschriebenen Methoden berechnen.
Siehe auch
Literatur
âą Richard P. Feynman, Robert B.Leighton, Mattew Sands: The Feynman Lectures on Physics. 2. Auflage. Band 1. Addison-Wesley, Reading Massachusetts 1966, 29 Interference (englisch, caltech.edu [abgerufen am 8. MĂ€rz 2025]).
⹠Claude Cohen-Tannoudji, Bernard Diu, Franck Laloë, Joachim Streubel, Jochen Balla: Quantenmechanik. 3. Auflage. Band 1. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, ISBN 978-3-11-019324-4.
âą Claude Cohen-Tannoudji, Bernard Diu, Franck Laloe: Quantenmechanik. 3. Auflage. Band 2. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2008, ISBN 978-3-11-020149-9.
Weblinks
Commons
: Interferenz
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Interaktive Animation zur Interferenz von Kreiswellen
âą Simulationen mit Zeitfunktionen
âą Online-Rechner fĂŒr Interferenzfarben an dĂŒnnen Schichten
âą Interferenz von einzelnen Photonen im Interferometer mit Quantenradierer (QuantumLab)
âą Beugung und Interferenz (LEIFI)
âą Simulation zu Interferenz zweier stehender Wellen
âą Animierter Film zur Farbe von Seifenblasen (englisch)
âą Video: Erzeugung und Ăberlagerung kohĂ€renter Wellen zu Interferenzstrukturen. Institut fĂŒr den Wissenschaftlichen Film (IWF) 2004, zur VerfĂŒgung gestellt von der Technischen Informationsbibliothek (TIB), doi:10.3203/IWF/C-14880.
Einzelnachweise
cite-note-11. â R. E. Allen, H. W. Fowler, F. G. Fowler: The Concise Oxford dictionary of current English. Clarendon Press/Oxford University Press, Oxford/New York 1990, ISBN 0-19-861200-1 (englisch).
cite-note-33. â Wolfgang Demtröder: Experimentalphysik 3. Atome, MolekĂŒle und Festkörper. 4. Auflage. Springer, 2010, ISBN 978-3-642-03911-9, S. 366 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-44. â Helmut Lindner, Wolfgang Siebke (Bearb.): Physik fĂŒr Ingenieure. Fachbuchverl. Leipzig im Carl-Hanser-Verl., MĂŒnchen/Wien 2006, ISBN 978-3-446-40609-4, S. 389.
cite-note-eichlerkronfeldt2006-55. â Hans Joachim Eichler, Heinz-Detlef Kronfeldt, JĂŒrgen Sahm: Das Neue Physikalische Grundpraktikum. Springer, 2006, ISBN 3-540-21453-4, S. 409 ff. (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-arndt1999-77. â Markus Arndt, Olaf Nairz, Julian Vos-Andreae, Claudia Keller, Gerbrand van der Zouw, Anton Zeilinger: Waveâparticle duality of C60 molecules. In: Nature. Band 401, Nr. 6754, 14. Oktober 1999, S. 680â682, doi:10.1038/44348 (englisch, atomwave.org [PDF; abgerufen am 18. Mai 2014]).
cite-note-gerlich2010-99. â Stefan Gerlich, Sandra Eibenberger, Mathias Tomandl, Stefan Nimmrichter, Klaus Hornberger, Paul J. Fagan, Jens TĂŒxen, Marcel Mayor, Markus Arndt: Quantum interference of large organic molecules. In: Nature Communications. Band 2, 263, doi:10.1038/ncomms1263 (englisch).
cite-note-1010. â Christian Brand, Sandra Eibenberger, Ugur Sezer, Markus Arndt: Matter-wave physics with nanoparticles and biomolecules. In: Les Houches Summer School, Session CVIIâCurrent Trends in Atomic Physics. 2016, S. 13, arxiv:1703.02129. Fehler in Vorlage:Literatur â *** Parameterproblem: Dateiformat/GröĂe/Abruf nur bei externem Link
cite-note-1111. â Michael Springer: Welle oder Teilchen â ein Test mit dem Quantenradierer. In: Spektrum der Wissenschaft. Band 1. Spektrum der Wissenschaft Akademischer Verlag, 1996.